Kurzporträt "Erasmus+"

Das Erasmus-Programm ist ein Förderprogramm der Europäischen Union. Seit dem Jahr 2014  ist es mit anderen Programmen zu Erasmus+ verschmolzen, der Begriff steht somit für das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Neben allen EU-Mitgliedstaaten nehmen auch Island, Norwegen, Liechtenstein, Serbien, Nordmazedonien und die Türkei als sog. Programmstaaten an allen Aktionen teil. Der neue Partnerschaftsvertrag (nach dem Ausstiegsabkommen vom 31. Januar 2020) sieht für das Vereinigte Königreich keine weitere Teilnahme als Programmland vor.
Erasmus+ Schulbildung ab 2021, die neue Programmgeneration (mit der Laufzeit 2021 - 2027), setzt das erfolgreiche Erasmus-Programm fort. Gefördert werden Mobilitäten für Lehrkräfte und Schüler:innen sowie Partnerschaften zur Kooperation. Ziel ist es, so die Zusammenarbeit von Schulen aller Schulstufen und Schulformen innerhalb der Europäischen Union zu fördern.

Umsetzung des Programms in Deutschland

Die Nationale Agentur im Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz ist für die schulische und vorschulische Bildung in Erasmus+ zuständig und führt internationale Austauschprogramme im Schulbereich im Auftrag der Länder durch.

Ziele im Schulbereich durch Erasmus+

Das Programm unterstützt die Ziele der EU-Strategie "Europa 2020" für Wachstum, Arbeitsplätze, soziale Gerechtigkeit und Integration. Für den Schulbereich lauten die prioritären Ziele:

  1. Fördern der gemeinsamen Werte von Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung im Sinne der "Pariser Erklärung" von 2015
  2. Senken der Schulabbrecher-Quote in der EU
  3. Verbessern der für Arbeitsmarkt und Gesellschaft benötigten Schlüsselkompetenzen
  4. Stärken der beruflichen Kompetenzen von Lehrkräften und Schulleitungen
  5. Erhöhen der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen
  6. Verbessern der Teilnahme an und Qualität der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung

Fördermöglichkeiten

Das Programm ist in in drei sog. Leitaktionen gegliedert:

 

Leitaktion 1

Zielgruppen

Die individuellen Mobilitätsmaßnahmen richten sich an Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogisches Fachpersonal.

Ziele

  1. Verbesserung der Unterrichtsqualität durch Unterstützung der beruflichen Entwicklung von Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal
  2. Verbesserung der Grundkompetenzen, Querschnittskompetenzen und Einstellungen von Lehrkräften, wie zum Beispiel Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kenntnisse und digitale Kompetenzen
  3. Fortbildungsaktivitäten als strategisches Instrument für die Weiterentwicklung und Internationalisierung der Schule

Geförderte Maßnahmen

  1. Fortbildung in einem Programmstaat durch Teilnahme an einem strukturierten Kurs in einem Programmstaat
  2. (Kollegiale) Hospitation/ Job-Shadowing an einer anderen Schule oder an einer für die Schulbildung relevanten Einrichtung in einem Programmstaat
  3. Unterrichtstätigkeit: Entsenden einer Lehrkraft oder mehrerer Lehrkräfte an eine Schule in einem Programmstaat, um dort zu unterrichten

Leitaktion 2

Unter der Leitaktion 2 fördert Erasmus+ im Schulbereich Strategische Partnerschaften. Hierbei handelt es sich um Kooperationsprojekte, bei denen Bildungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern an gemeinsamen Zielen arbeiten. Die Projekte können sich, je nach den Bedürfnissen und Zielen der Bewerber, in Größe und Umfang unterscheiden.

Leitaktion 3

Im Rahmen der Leitaktion 3 werden Finanzhilfen für eine Vielzahl der unterschiedlichsten Aktionen bereitgestellt, die die Entwicklung und Umsetzung innovativer politischer Konzepte, den politischen Dialog sowie den Wissensaustausch in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend fördern sollen.

weiterführender Link
https://www.kmk-pad.org/programme/erasmusplus.html